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Immer hat das Meer eine Anziehungskraft für die Menschen gehabt. Viele Orte wurden an den Küsten gebaut, einer davon war Cranz. Im Jahr 1252 entstand ein vom Orden gebautes Wirtshaus am Beginn der großen Heerstraße über die Kurische Nehrung der "Crantzkrug". Dieses Jahr gilt als Gründungsdatum von Cranz. Erst im 19 Jahrhundert begann sich Cranz zu entwickeln. Im Jahr 1816 zählte das Fischerdorf 300 Einwohner. In diesem Jahr hat der Medizinalrat Dr. Kessel das erste Warmbadehaus eröffnet, jetzt wird Cranz "Königliches Seebad"  und als Meereskurort bekannt. Bereits um die Jahrhundertwende hatte Cranz seinen Ruf als elegantes Seebad fest etabliert. Der "Crantzkrug" existierte unter dem Namen „Krug zum grünen Kranz“ bis ins 20. Jh.

Selenogradsk

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Am 8. Juli 1885 wurde der Bahnhof eröffnet und die Königsberg - Cranzer Eisenbahn war damals die meistbefahrene Ostpreußens. Die Fahrt von Königsberg bis Cranz dauerte eine halbe Stunde. Im Jahr 1913 hatte Cranz 2670 Einwohner, es gab 29 Hotels (z..B. "Schloß am Meer", "Monopol", "Strandhotel"). Am Ostende der Promenade erstreckte sich die Plantage mit ihren gepflegten Spazierwegen, Tennis-, Sport- und Spielplätzen. Auf dem Corso spielte täglich die Kurkapelle zum Konzert auf. Die Ausflugsmöglichkeiten, mit dem Dampfer zu den Fischerdörfern der Kurischen Nehrung zu fahren lockten zahlreiche Gäste an.  Strandfotos aus dieser Zeit zeigen eine hölzerne Flanierstrecke, bevölkert von Sonnenhungrigen. Die 900 m lange Promenade wurde 1970 abgerissen und durch Beton ersetzt.
Sturmfluten zerstörten einige Male die Kuranlagen und Fischerhäuser, am schlimmsten im Jahr 1899

Obwohl Cranz ein Heilkurort war, gab es noch viele Fischerfamilien in der Stadt. Es hieß zu dieser Zeit, dass der beste Fisch Europas aus Cranz kommt. Die bekanntesten Fische waren Flunder, Kabeljau, Sprotte und Lachs. Die berühmten Flundern  musste jeder Gast probieren. Diese Plattfische, die in diesem Teil der Ostsee besonders häufig vorkommen, wurden fangfrisch an Leinen gespannt und über schwelenden Tannenzapfen geräuchert. Auf dem 1937 erstellten Wappen ist deshalb auch ein Fisch abgebildet. Viele bekannte Leute haben Cranz besucht und viele Gedichte, Prosa und Bilder dem Ort gewidmet. Im Jahre 1939 betrug die Bevoelkerung ca. 5.700 Menschen. Als administrative Einheit gehörte Cranz zum Samlandkreis, dessen Zentrum die Stadt Fischhausen war (heute die Stadt Primorsk).

Die friedliche Entwicklung von Cranz wurde mit dem 2. Weltkrieg am 4. Februar 1945 zerstört. Der Ort wurde von der sowjetischen Armee besetzt. Zum Glück gab es in Cranz keine großen Zerstörungen. Die meisten Gebäude haben die Kriegs und Nachkriegsjahre relativ gut überstanden. Nur die schönen Villen längs der Seepromenade sind fast alle verschwunden. Die hölzerne Strandpromenade wurde 1970 abgerissen und durch eine Betonpiste ersetzt. In der Zeit der Sowjetunion zählte im Kaliningrader Gebiet vor allem ein Interesse: das des Militärs.

Nach 1945 hat die Stadt mehrmals den Namen gewechselt. 1946 sollte Cranz Baltisk und Pillau Nachimowsk heißen, aber am 27. November 1946 nannte man Pillau Baltisk und Cranz Nachimowsk.  Am 17. Juni 1947 hat die Stadt ihren jetzigen Namen Selenogradsk bekommen. Von 1963 bis 1965 war die Stadt rayonfrei und ist seither Verwaltungssitz des Rayon Selenogradsk. 2010 hatte die Stadt 13026 Einwohner.

In den letzten Jahren hat sich eine rege Bautätigkeit entwickelt. Überall wird gebaut, vor allem schicke, villenhafte Privathäuser, aber auch neue moderne Hotels und Restaurants. . Im Gegensatz zum Großteil der nördlichen Samland-Küste weist Selenogradsk keine Steilufer auf.

Selenogradsk ist durch die Fernstraße A 191 mit Kaliningrad und dem südlichen Samland verbunden. Aus Gründen der Überbelastung dieser wichtigen Verbindung zum Ostseebad wurde im Jahre 2009 eine zeitgemäße und schnellerer Verbindung dem Verkehr übergegeben: der Primorskoje Kolzo (Küstenring), der einmal alle Bäder- und Hafenstädte an der Ostsee verbinden soll. Über diese Autobahn besteht von Selenogradsk auch schnellerer Anschluss an den Flughafen Kaliningrad bei Chrabrowo (Powunden). Solange der Küstenring noch nicht fertiggestellt ist, ist die Fernstraße A 192 noch das Bindeglied zwischen Selenogradsk und dem westlichen und südlichen Samland.

Forscher vermuten etwa drei Kilometer südlich der Stadt den Handelsplatz aus der Zeit der Wikinger Wiskiauten, heute Mochowoje. Details zu den Forschungen sind unter www.wiskiauten.eu nachlesbar.