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05.07.2005

 

 

Barmstedt. Am liebsten würde Oxana einen ganzen Monat in Deutschland bleiben. Zu ihrem Bedauern bleiben ihr nur zehn Tage - aber die genießt die Zwölfjährige in vollen Zügen. Oxana gehört zu einer Gruppe von 20 Kindern und Jugendlichen aus Selenogradsk, die auf Einladung des Vereins Selenogradsk im Kreis Pinneberg ihre Ferien verbringen. Schon während dieses Kurzbesuchs hat sich bei Oxana ein Wunsch herauskristallisiert: Sie möchte in ein paar Jahren als Gastschülerin in den Kreis Pinneberg zurück kommen. Dass sie es schaffen kann, steht für sie heute schon fest.

Doch nicht nur Oxana hatte während des zehntägigen Aufenthalts viel Spaß. Auch die anderen genossen die Ferien in der Barmstedter Jugendbildungsstätte an der Düsterlohe. Die Jungen und Mädchen kommen alle entweder aus sozial benachteiligten Familien oder aus dem Kinderheim. Begleitet werden die Gäste im Alter von sieben bis 17 Jahren von zwei Betreuerinnen und einem Busfahrer.

Von Barmstedt aus starteten die Kinder zu Unternehmungen im Rahmen ihren abwechslungsreichen Besuchsprogramms. Drei Mädchen - alle mit Namen Katja - konnten sich nur schwer entscheiden, welcher Programmpunkt der absolut schönste war. Der Safaripark gehörte dazu, aber auch der Besuch bei der Feuerwehr Elmshorn. Dass alle Kinder mit der Drehleiter in luftige Elmshorner Höhen schweben durften, hat die Mädchen besonders begeistert. Schwimmen im Elmshorner Freibad kam bei allen ebenfalls gut an. Ein weiteres Highlight war der Ausflug nach Hamburg. In Erinnerung geblieben ist den Kindern die Miniatur-Eisenbahnwelt. Doch auch das Bowlen und der Ausflug zur Tolkschau nach Schleswig waren für alle eine tolle Sache.

Die Zeit auf dem Gelände der Jugendbildungsstätte genossen die jungen Gäste ebenfalls. Fußball oder Tischtennis gehörten zu den favorisierten Freizeit-Beschäftigungen. Und mancher suchte einfach Ruhe oder Gespräche im kleinen Kreis im Schatten eines Baums.

Betreut werden die jungen Gäste aus Selenogradsk von Lars Kascha und Jan Philip Stephan. Beide gehören zur Jugendgruppe des Vereins. Tagsüber waren auch die Vorsitzende des Vereins Selenogradsk Gabriele Kascha und Ellengard Staubes dabei.

Für Lars Kascha, der die Jugendgruppe des Vereins leitet und bereits zahlreiche Besuche in Selenogradsk absolviert hat, ist die Betreuung der Gruppe jedes Mal eine Herausforderung: „Es ist ein Full-Time-Job. Es macht Spaß, ist aber auch viel Arbeit.“ Da Kascha russisch spricht, fällt ihm die Verständigung mit den Kindern leicht und das Eis ist schnell gebrochen. Anfälle von Heimweh gab es bisher noch nicht.

Bereits zum achten Mal hat der Verein Selenogradsk eine solche Reise für Kinder organisiert. Wie schwierig die Vorbereitungen sind, fasst die Vereinsvorsitzende beispielhaft zusammen: „Die Kinder dürfen uns immer nur auf Einladung besuchen. Außer der Einladung benötigen sie ein Visum, das nur noch in Moskau ausgestellt wird. Also muss jemand von Selenogradsk nach Moskau fliegen, um die Visa für die Kinder zu besorgen. Alle entstehenden Kosten trägt der Verein.“

Nicht nur durch die Ferien für die Kinder lebt die Partnerschaft zwischen den Kreisen Pinneberg und Selenogradsk. Der Verein organisiert regelmäßig Reisen in den Partnerkreis, hat Besuch von den Musikschülern oder nimmt Gastschüler auf. Auch die Jugendgruppe des Vereins ist sehr aktiv. In den vergangenen vier Jahren haben die Aktiven in Selenogradsk drei Spielplätze gebaut, die sich nach wie vor großer Beliebtheit bei den Kindern erfreuen.

Wer mehr über die Partnerschaft und den Verein wissen möchte, findet detaillierte Informationen im Internet unter der Adresse www.selenogradsk.de.

Pinneberger Tageblatt
von Meike Kamin