Presse     
     
    2002  
    2003  
    2004  
    2005  
    2006  
    2007  
    2008  
    2009  
    2010  
    2011  
    2012  
    2013  

Zeitung

Wechselkurs

Sparkasse Südholstein

15.08.2005

 

 

Feuerwerk im Ernst-Barlach-Saal


 Wedel. Über bunte Trachten, klare und helle Stimmen, künstlerisches Talent und eine musikalische Begleitung mit traditionellen Instrumenten durften sich die mehr als 300 Gäste im ausverkauften Saal der Wedeler Ernst-Barlach-Schule freuen, die sich rechtzeitig Karten für das musikalisch-russische Feuerwerk „Jantar“ gesichert hatten. Bereits zum 16. Mal hatten sich die rund 120 jungen Mitglieder der Tanz- und Gesangsgruppe „Pljassizi“, des Orchesters „Mosaica“ und des Chors „Gloria“ auf den langen Weg aus dem russischen Selenogradsk nach Wedel gemacht, um hier ihre diesjährige Konzerttournee durch den Kreis Pinneberg und weiter in die Stadt Schleswig zu starten.
 
 „Ich möchte mich auch in diesem Jahr bei allen Unterstützern, insbesondere aber bei der Stadt Wedel, der Feuerwehr, den Stadtwerken, den vielen gastgebenden Familien, dem Rotary Club, Dr. Ernst Dieter Rossmann, dem Ex-Intendanten des Theater Wedel Andy Neil und der Buchhandlung Steyer bedanken“, sagte die Vorsitzende des Fördervereins „Selenogradsk“, Gabriele Kascha, in ihrer Begrüßungsansprache, ehe sich „Jantar“ dann endlich „entzündete“.
 
 Nach einer musikalischen Einleitung durch das Orchester „Mosaica“ - dessen im Jahr 1998 gegründetes Ensemble aus der Nähe von St. Petersburg stammt und mittlerweile aus 50 Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 18 Jahren besteht - war es dann die Tanz- und Gesangsgruppe „Pljassizi“, die mit ihren russischen Tänzen und Gesängen das Publikum entzückte.
 
 „Um auf dieses hohe künstlerische Niveau zu gelangen, müssen die sechs bis 15 Jahre alten Musiker bis zu vier Mal in der Woche proben. Die Kostüme der Kinder werden mit viel Liebe zum Detail und auf eigene Rechnung von den Eltern genäht“, erklärte Kascha, die daran erinnerte, dass die junge russische Generation auf diese Weise lernt, das Kulturgut des eigenen Landes zu erhalten und an andere weiterzureichen. „Ferner fördert das viele gemeinsame Üben das soziale Engagement der Kinder und Jugendlichen und ist somit ein wertvolles Mittel auf dem Weg zur Selbstständigkeit in sozialer Kompetenz auch in schweren Lebenssituationen dieses Landes“, so Kascha, die zudem darauf verwies, dass der Verein zur Förderung der Partnerschaft zwischen dem Rayon Selenogradsk und dem Kreis Pinneberg nunmehr seit zehn Jahren bestehe.
 
 Ebenfalls für tosenden Applaus sorgte anschließend der Chor „Gloria“, der Lieder großer europäischen Meister verschiedener Epochen - wie Rachmaninow, Tschaikowski, Mozart, Mendelssohn - sowie viele christliche Weisen und Choräle bot. „Standing Ovations“ waren den jungen Nachwuchskünstlern sicher, als sie zum Ende ihrer etwa zweistündigen Darbietung dann in deutscher Sprache mit dem ostpreußischen Lied „Land der dunklen Wälder und kristall´nen Seen“ überraschten.
 
 Wedels Stadtpräsidentin Sabine Lüchau, die sich das Eröffnungskonzert der russischen Gäste ebenfalls nicht entgehen ließ, erhielt zudem von den jungen Künstlern eine Bernsteinkette und ein selbst gebackenes Brot als Abschluss-Dankeschön auf der Bühne überreicht.

 
 Quickborner Tageblatt
Von Stephan Hoppe