Presse     
     
    2002  
    2003  
    2004  
    2005  
    2006  
    2007  
    2008  
    2009  
    2010  
    2011  
    2012  
    2013  
    2014  
    2015  
    2016  
    2017  

Sparkasse Südholstein

Stiftung

 

15.12.2010

 

 

Kinderorthopäde ist zufrieden. Mit ihren Orthesen und dem Gehwagen wird das russische Mädchen nach Hause entlassen

Am Freitag wird Anna in ihre russische Heimat fahren. Dann liegen anstrengende Wochen hinter dem Mädchen. Denn die Dreijährige, die seit ihrer Geburt an einer Beinlähmung leidet, ist in der Pinneberger Regio-Klinik operiert worden. Das Ziel: Anna soll sich allein bewegen können. Jetzt kann sie mithilfe von Beinschienen ihre ersten Schritte probieren. Mutter Marianna Yudina ist glücklich.

Den Kontakt zu den Regio-Kliniken, die eine Patenschaft für das Mädchen übernahmen, hat Gabriele Kascha geknüpft. Sie ist Vorsitzendes des Vereins Selenogradsk, der den Kreis Pinneberg bei seinem Partnerschaftsprogramm mit dem russischen Bezirk unterstützt. "Im Raum Kaliningrad, wo Anna lebt, ist die medizinische Versorgung für Kinder mit Behinderungen sehr schlecht", berichtet Gabriele Kascha. Ohnehin werden die Betroffenen zumeist in den Familien versteckt.

Das soll nicht so bleiben. In der Gruppe für Menschen mit Behinderungen, die von den deutschen Partnern aufgebaut worden ist, treffen sich mehr als 20 Kinder und Erwachsene. Bislang war Anna dort die Jüngste, und damit die kleine Prinzessin.

Jetzt will Mutter Marianna versuchen, dass das Mädchen in Kontakt mit Gleichaltrigen kommt. So soll sie soziale Kompetenz gewinnen. "Ich werde einen Brief an den dortigen Landrat schreiben, damit er es ermöglicht, dass Behinderte im Kindergarten aufgenommen werden", sagt Gabriele Kascha.

Jetzt heißt es Abschied nehmen von den Menschen, die sich für das Kind engagiert haben. Sascha Feustel, Chef des Sanitätshauses, das die Hilfsmittel sponsert, sagt: "Wir haben Anna ins Herz geschlossen." Kinderorthopäde Markus Stücker: "Ich bin sehr zufrieden über die Fortschritte, die das Kind macht." Im Frühling wird Anna in Pinneberg zur Nachuntersuchung erwartet. Gleichzeitig soll im Uniklinikum Eppendorf getestet werden, wieweit das Kind mit epileptischen Anfällen zurechtkommen muss. Um diese Untersuchung hatte sich Pinnebergs Kinder-Oberärztin, Bettina Moser, gekümmert. Gabriele Kascha ist überwältigt: "Es ist toll, wie sich alle kümmern." Das funktioniert dank Internet auch in der Ferne: Die Tornescher Krankengymnastin Andrea Timmermann leitet per Videoschaltung die Übungen an.(mra)

Hamburger Abendblatt