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09.11.2010

 

 

Gemeinsames Projekt von Künstlern aus dem Kreis Pinneberg und der russischen Partnerregion Selenogradsk

 

Faszinierende "Eis-Quallen" an der alten Selenogradsker Promenade von Ludmila Surmann, "Reflexion" in Schwarz-Weiß auf der Kurischen Nehrung von Thorsten Berndt oder die "Selenofiktion" von Fotosofin Gagel - der erste gemeinsame Kalender von deutschen und russischen Künstlern aus dem Kreis Pinneberg und dessen Partnerregion im ehemals ostpreußischen Rayon Selenogradsk mit dem Titel "Selenogradsk- grüne Stadt am Ostseestrand" bietet interessante Einblicke in beide Kunstszenen.

Alle Fotos, Gemälde, Collagen, Installationen und Grafiken sind in diesem Jahr während eines Besuchs der Pinneberger Künstler in Selenogradsk, ehemals Cranz, entstanden. Mit dabei waren der Wedeler Arne Lösekann, Performances und Installationen, die Pinneberger Malerin Annelie Haack, Fotograf Thorsten Berndt aus Uetersen, Fotosofin Gagel aus Pinneberg und die freischaffende Künstlerin Inken W. Noldsen, Objekte. Auf russischer Seite die Malerin Ludmilla Igumnova, die Malerin und Fotografin Ludmila Surma, Dmitrij Litvin, Illustration, Karikatur und Gestaltung, Marat Yalishev, Projekte, Design und Malerei, sowie der Maler Sergej Shilov.

Neben dem guten Verhältnis der beiden Künstlergruppen - vor zwei Jahren waren die Russen zu Gast im Kreis - passt die Erstellung des Kalenders 2011 zu der im nächsten Jahr seit 20 Jahren bestehenden Partnerschaft zwischen dem Kreis Pinneberg und dem Rayon Selenogradsk. Der Verein Selenogradsk wurde 1995 mit der Aufgabe gegründet, die Partnerschaft der beiden Regionen zu fördern. Dieser Zweck soll insbesondere verwirklicht werden durch "Werbung für Frieden und Völkerverständigung durch Begegnungen der Bevölkerung auf beiden Seiten" - passender hätte die Beschreibung des gemeinsamen Kunstprojektes nicht sein können. Weitere Ziele sind die Organisation und Vermittlung von Aufenthalten junger Menschen in den Partnerkreisen, um andere Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme kennenzulernen. Humanitäre Hilfe und die Entwicklung von Kontakten im Rahmen der Partnerschaft gehören ebenso dazu.

Der Zeitpunkt, den mit einer Auflage von 1000 Exemplaren gedruckten Kalender - die Hälfte davon geht nach Russland - jetzt der Öffentlichkeit zu präsentieren, kommt nicht von ungefähr. "Natürlich hoffen wir, dass der eine oder andere diesen ganz besonderen Kalender zu Weihnachten verschenken möchte", sagt Vereinsvorsitzende Gabriele Kascha. Der Verein hat die Hälfte der Druckkosten übernommen, die Russen die andere Hälfte. Ohne die Künstler, die ihre Werke kostenlos zur Verfügung stellen sowie Lösekanns Einsatz bei der Erstellung der Druckvorlage wäre wohl kaum ein derart günstiger Preis von 15 Euro entstanden.

 

Hamburger Abendblatt
von Manfred Augener