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18.11.2011

 

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Anna ist zurück. Fast genau ein Jahr nach ihrer Operation ist das vierjährige Mädchen aus dem russischen Selenogradsk wieder im Pinneberger Regio Klinikum. Ihr Lachen, ihre Energie und ihren enormen Bewegungswillen hat sie nicht verloren - im Gegenteil. Sie hat Stabilität und Sicherheit auf ihren eigenen Beinen gewonnen. Was für einen Menschen ohne Behinderung fast nicht nachzuempfinden ist, muss für Anna ein Wunder sein.

Die Tochter von Marianna und Vladimir Yudina war mit so genannten Spitzfüßen geboren worden. "Auslöser war eine Infektion, die zu dieser körperlichen Behinderung geführt hat", berichtet Bettina Moser, Leitende Oberärztin der Regio Kinderklinik. Das blonde Mädchen konnte nur sitzen, an Gehen war nicht zu denken - bis zur OP. Gabriele Kascha vom Verein Selenogradsk, der seit vielen Jahren eine Partnerschaft mit der Region in Russland pflegt, hatte den Kontakt zu Otto Melchert, Geschäftsführer der Regio Kliniken, hergestellt. Auch Sascha Feustel vom Sanitätshaus Pinneberg hatte sofort Unterstützung zugesagt. Sämtliche Kosten wurden übernommen. Bei der Operation waren die Archillessehnen verlängert und die Füße in normaler Stellung fixiert worden. Langsam, im wahren Wortsinn Schritt für Schritt lernte Anna wieder laufen.

Und die Weihnachtswundergeschichte geht weiter. In dieser Woche ist der lebensfrohe Blondschopf zurück in Pinneberg. Gemeinsam mit Mutter, Vater und dem vier Monate alten Schwesterchen Alexandra, genannt Sascha, war sie zur Nachuntersuchung die 1000 Kilometer mit dem Auto angereist.

Es hat sich gelohnt. "Anna hat sich toll entwickelt", sagt Oberarzt Dr. Markus Stücker, der vor einem Jahr die Operation gemacht hatte. Die Vierjährige hat ihre Lernziele voll erfüllt. "Sie streckt die Beine durch und setzt die ganzen Füße auf. Das war wichtig, damit sie überhaupt laufen kann."

Einen großen Anteil daran, da ist sich Gabriele Kascha sicher, haben die Eltern. "Wenn Mutter und Vater nicht so intensiv mit Anna üben würden, wäre sie nicht so weit." Täglich stehen 30 bis 60 Minuten Training auf dem Programm - "je nachdem, wie viel Lust Anna hat", fügt Marianna Yudina hinzu.

Meistens hat sie Lust, daran besteht kein Zweifel. Die Vierjährige ist ein Energiebündel, wirft die bunten Gummibälle jedem zu, der in ihre Richtung sieht, lacht, freut sich und genießt auch das Blitzlichtgewitter der Fotografen, die zu ihrer Rückkehr erschienen sind. Wenn sie sich weiter gut entwickelt, da ist ihre Mutter überzeugt, wird sie mit sieben Jahren zur Schule gehen können. Mit der Behinderung wäre das unmöglich gewesen.

Außer der Nachuntersuchung stand auch ein Besuch im Sanitätshaus Pinneberg an. Anna braucht neue Orthesen, die ihre Beine stabilisieren. "Das ist komplett Handarbeit", erklärt Feustel.

Ein Jahr lang wird die kleine Russin die neuen Schienen tragen können, bevor sie wieder herausgewachsen ist. Aber Anna wird schon im Frühjahr wieder nach Pinneberg kommen. Dann folgt die nächste Routineuntersuchung - und alle freuen sich schon jetzt zu sehen, welche Fortschritte die Kleine bis dahin gemacht haben wird.

 

Pinneberger Tageblatt