Presse     
     
    2002  
    2003  
    2004  
    2005  
    2006  
    2007  
    2008  
    2009  
    2010  
    2011  
    2012  
    2013  
    2014  
    2015  
    2016  
    2017  

Sparkasse Südholstein

Stiftung

 

08.07.2011

 

 

. "Bei der Arbeit gibt es keine Sprachbarriere", sagt Lars Kascha vom Verein Selenogradsk. 20 Jugendliche und junge Erwachsene aus Deutschland und Russland greifen derzeit auf dem Appener Schäferhof zu Hammer, Schaufel und Axt, um auf dem Gelände einen Zaun zu errichten. Organisiert hat den Aufenthalt der Verein Selenogradsk. Dieser fördert die Zusammenarbeit zwischen der russischen Stadt und dem Kreis Pinneberg und initiiert gemeinsame Projekte. So wurde beispielsweise vor zwei Jahren in Russland ein Spielplatz gebaut.

Das sei in Deutschland aufgrund der strengen Tüv-Normen nicht möglich, erklärte Kascha. Also suchte der Verein nach einer anderen Möglichkeit, etwas auf die Beine zu stellen. Dafür bot sich der Appener Schäferhof an. Die soziale Einrichtung braucht dringend einen Zaun, um sein Areal vor Rehen aus dem benachbarten Wald zu schützen.

Zwei Wochen verbringen 13 Deutsche und sieben Russen im Alter von 16 bis 25 Jahren gemeinsam. Untergebracht sind sie einem Haus in Barmstedt. Die Besucher aus Osteuropa sind nicht nur zum Arbeiten da. Auf dem Programm stehen außerdem Besuche des Miniatur-Wunderlands in Hamburg und des Heideparks Soltau sowie eine Fahrt an die Ostsee. Die Kommunikation klappt inzwischen hervorragend - "meistens auf Englisch, zur Not auch mit Händen und Füßen", berichtet Kascha. Er selbst beherrscht die russische Sprache und kann ebenso wie zwei Austauschschüler aus Russland als Dolmetscher helfen.

"Man kann Kontakte knüpfen und tut etwas Sinnvolles", sagt Anika Knösel-Hein aus Lutzhorn, die zu den fleißigen Helfern gehört. Lennart Jürgensen, Jugendgruppenleiter des Vereins Selenogradsk, war schon vor zwei Jahren beim Spielplatzbau in Russland dabei. Damals seien Deutsche und Russen allerdings an verschiedenen Orten untergebracht gewesen. Deshalb war es laut Jürgensen seinerzeit extrem schwer, ein wirklich enges Verhältnis aufzubauen.

Das sollte diesmal anders laufen. Nach langer Suche wurde ein Haus gefunden, das derzeit renoviert wird und in dem 20 Personen Unterschlupf finden. Berührungsängste gehören inzwischen der Vergangenheit an. Auf dem Schäferhof und bei den Ausflügen sind deutsche und russische Gruppen bunt gemischt unterwegs. Das begeistert alle. "Das Projekt ist einfach ideal, um Land und Leute kennen zu lernen", sagte Sascha Kozhanski. Der 22 Jahre alte Wirtschafts student ist erstmals in Deutschland.

 

Pinneberger Tageblatt
Lars Zimmermann