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Sparkasse Südholstein

Stiftung

18.08.2016

 


„Wenn man nach Russland fährt kann man planen so viel man will, oft kommt es dann ganz anders!“, so die Aussage von Gerhard Kascha , der 2. Vorsitzende des Vereins Selenogradsk e.V. aus dem Kreis Pinneberg. Der Verein  hat maßgeblich unsere Reise mit geplant, kalkuliert, uns beim beantragen der Gelder vom der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch und letztendlich auch finanziell voll unterstützt.

Austauschschülerinnen, die über den Verein begleitet, ein Jahr in Deutschland verbracht hatten, waren in der ganzen Zeit unsere Begleiterinnen und halfen uns bei der Überwindung der Sprachbarrieren.

Dass alles ganz anders werden kann, hat unsere 39 Personen starke Gruppe schnell gemerkt. Schon kurz nach unserer Ankunft im Kinderheim Selenogradsk merkten wir, dass die 20 Kinder, mit denen wir unsere Projekte geplant hatten, gar nicht zum Kennlerntag, wie es im Plan stand kamen.

Wir hatten vor mit den jüngeren Jugendlichen im Alter von 10-16 Jahren aus unserer Gruppe ein Wörterbuch für Feuerwehrgegenstände in Russisch-Deutsch zu entwickeln.

 Die „Größeren“ im Alter von 16-20 Jahren sollten in gemischten Gruppen, das Training der Leistungsspange absolvieren, so dass wir am Ende eine Leistungsspangenabnahme vornehmen konnten. Leider fehlten uns erst einmal die Kinder  auf russischer Seite mit denen wir diese von uns geplanten und vorbereiteten Projekte hätten aus führen können.

Lena Aleksandrova die Vorsitzende des Vereins Selenogradsk-Pinneberg auf der russischen Seite, hat mit ihrem Team alles daran gesetzt, das der Deutsch-Russische Jugendaustausch stattfinden konnte, und auch der Fachkräfteaustausch nicht in Gefahr geriet.

Sie vereinbarte Treffen bei mehreren Feuerwehren im Oblast Klaninigrad und so kam eine Welle des Austausches ins Rollen.

Besonders beindruckt hat uns der  Besuch bei der Feuerwehr in Pionersk. Der Leiter der Wache Yuri führte durch seine heiligen Hallen und zeigte sichtlich stolz seine schöne und technisch sehr gut ausgestattete Wache. Auch neue Dinge, die wir gar nicht kannten, wurden entdeckt. Wie z.B. eine leuchtende Leine für Atemschutzgeräteträger um in einem verrauchtem Raum den Rückweg zu finden, stoß auf reges Interesse aller.

Wir haben sogar über Nicolai Koshkinov, den Obersten der Brandschutzbehörde herausgefunden was diese kosten. Er bot uns auch an sie für uns zu bestellen und nach Deutschland zu schicken. Nicolai Koshkinov war es auch der beim Besuch in seiner gerade neu bezogenen Behörde für Brandschutz Maike Bahlke Jugendwartin Klein Offenseth-Sparrieshoop, Gerd Schlüter Wehrführer Klein Offenseth-Sparrieshoop und Ehrenkreisbrandmeister des Kreis Pinneberg Bernd Affeldt mit der höchsten Ehrung der Freiwilligen Feuerwehren in Russland ausgezeichnet hat.

Anschließend konnten die Jugendlichen mit einer kleinen Schere-Spreizer-Kombi ein Zaunstück zerschneiden und eine automatischen Schaum Zumischung wurde in einer praktischen Löschübung gezeigt.

Beim Plow, ein armenisches Reisgericht, welches sehr gut an kam, wurde ausgiebig in Sachen Feuerwehr zwischen den aktiven Kameraden ausgetauscht.

Das Interesse auf russischer Seite ist sehr groß. Die Feuerwehr in Russland befindet sich im Umbruch. Einige Feuerwehren sind dabei auch freiwillige Gruppen aufzubauen und möchten natürlich wissen wie wir das so machen.

Jugendfeuerwehren wie wir es kennen gibt es Russland gar nicht. Sogenannte Kadetten Klassen gehen annähernd in diese Richtung. Sie machen viel mit Umweltschutz, vorbeugenden Brandschutz, erste Hilfe aber auch kulturelle Dinge wie tanzen und singen. Praktische Übungen im Bereich Feuerwehr sind eher selten.

Neben unserem Ausflugsprogramm auf die kurische Nehrung, den Badeort Svetlogorsk, der Bernsteinstadt Jantarrni und der Oblast Hauptstadt Kaliningrad natürlich mit Besichtigung der ältesten Feuerwache noch aus deutscher Zeit, waren wir natürlich begeistert als wir bei der kleinen Kadettenschule von Lydmila Koshkina  in Petrovo eingeladen wurden.

Was diese tolle „Jugendwartin“ mit ihrem Team für uns auf die Beine gestellt hat, war der Wahnsinn.

Wir mussten uns alle, egal ob JF oder Aktive in gemischten Gruppen aufteilen und einen Info-Spiele-Wettkampf –Parcours absolvieren.

Kameraden der Hunderettungsstaffel, des Kampfmittelräumdienstes, der Wasserrettung und natürlich der Feuerwehr stellten die Aufgaben. In Praxis und Theorie mussten alle ihr Können unter Beweis stellen. Lydmila bestätigte bei  der anschließenden Siegerehrung, dass unsere Jf‘ler sehr gut ausgebildet sind.

Nach diesem tollen Tag, wollten wir natürlich auch zeigen, was wir so bei uns machen.

Wir wären nicht Feuerwehr, wenn wir nicht spontan mit den Materialien die wir mit hatten, etwas auf die Beine stellen können.

Nach kurzer abendlicher Planung eines kleinen Teams hatten wir 7 Spiele zusammen gestellt. Die 8 C-Schläuche, die unsere Kreisfeuerwehr Zentrale ausgemustert und uns mitgegeben hat, waren sehr hilfreich. Diese haben wir im Anschluss Lydmila für ihre Kadettenschule geschenkt. Sie war sichtlich gerührt und freute sich sehr.

Mit unseren Mitbringsel hatten wir auch noch Preise für eine Siegerehrung.

Alle sowohl unsere Jugendlichen wie auch unsere Gäste aus Petrovo waren begeistert von diesem tollen Tag bei bestem Sommerwetter.

Es wurden Kontakte ausgetauscht bei den Jugendlichen sowie auch bei den Erwachsenen. In den folgenden Tagen kamen Jugendliche mit dem Bus aus Petrovo um ihre neuen Freunde zu besuchen. Es war sofort klar, dass diese Freundschaft weiter  wachsen muss und wir uns wieder sehen müssen.

Wir wollen nun versuchen, dass ein Gegenbesuch stattfindet und eine Gruppe aus Petrovo mit Lydmila Koshkina nach Deutschland in den Kreis Pinneberg kommt.

Denn eines ist klar egal ob russische oder deutsche Feuerwehr – Die ganze Welt löscht mit Wasser!!!!