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Sparkasse Südholstein

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20.08.2016

 

 

 

Kreis Pinneberg Seit 1991 besteht die Partnerschaft zwischen dem Kreis Pinneberg und dem Rayon Selenogradsk, dem früheren ostpreußischen Cranz – vom 27. bis zum 31. Juli hat eine Pinneberger Delegation den russischen Partnerkreis besucht. Der Bericht des Pinneberger Kreistagspräsidiums im Wortlaut:


„Eine Delegation aus dem Kreis Pinneberg, bestehend aus dem Präsidium – Kreispräsident ( sowie seine Stellvertreter (Foto, Mitte) und (Foto, rechts) –, der Vorsitzenden des Vereins Selenogradsk, Gabriele Kascha, ihrem Ehemann Gerhard sowie dem Vorsitzenden des Kreisseniorenbeirats, Dieter Wenskat, ist aus dem russischen Partnerkreis Selenogradsk zurückgekehrt, wo sie sowohl das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft als auch das 20-jährige Jubiläum des Partnerschaftsvereins auf russischer Seite feiern wollten. Durchaus gemischt fällt die Bewertung der Reise innerhalb der Delegation aus. Wurde der deutschen Delegation doch gleich nach der Anreise in einem ersten Zusammentreffen mit Sergej Kulakov, seit dem 1. Februar 2016 Chef der kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtbezirk Selenogradsk, sowie dem Leitenden Verwaltungsbeamten Sergej Koschewoj erklärt, dass es den Rayon in der bisherigen Form nicht mehr gebe. Darüber hinaus gebe es auch den Verein Selenogradsk-Pinneberg nicht mehr, da dieser von einem Gericht wegen des Nichteinhaltens gesetzlicher Verpflichtungen aufgelöst worden sei.
Sergej Kulakov räumte ein, dass es weiterhin einen Freundeskreis auf russischer Seite gebe. Auf den Vorhalt, das Partnerschaftsprotokoll sehe aber auf beiden Seiten je einen Verein vor, der die Partnerschaft mit Leben erfüllen solle, antwortete Kulakov, es gebe mehrere Vereine, die an der Partnerschaft mit dem Kreis Pinneberg interessiert seien. Auf Nachfrage, wer die Aufgaben des Vereins übernehme und ob das Protokoll geändert werden müsse, wurde auf die noch verbleibenden drei Besuchstage verwiesen. Befremdlich für die Delegation war allerdings, dass sich Kulakov noch am selben Nachmittag krank meldete und nicht mehr gesehen wurde. Auch kein anderer Vertreter aus der Spitze der Administration nahm an den folgenden Programmpunkten wie der Besichtigung des Krankenhauses oder einem ‚Bunten Abend‘ im Hotel ‚Kurhaus Cranz‘ teil.
Am dritten Reisetag besuchten die beiden Stellvertreter des Kreispräsidenten die Kurische Nehrung, während der Seniorenbeiratsvorsitzende Dieter Wenskat und der Kreispräsident zu einem Veteranentreffen verabredet waren. Mit Nikolai Tschub nahm allerdings nur ein Veteran teil, dazu die Leiterin des Sozialbereichs und der frühere Landrat Wladimir Schegeda, heute Leiter des Sozialbeirates ‚Gesellschaftlicher Rat‘, der nicht nur für Senioren, sondern auch für Jugend und alle anderen gesellschaftlichen Gruppierungen zuständig ist. Dieter Wenskat sprach eine Einladung zu einem Gegenbesuch aus, um die Arbeitsweise des Seniorenbeirats im Kreis Pinneberg deutlich zu machen und ein Seniorenheim im Kreis Pinneberg zu besichtigen.
Im Kulturhaus in Kowrowo fand dann die ‚offizielle‘ Feier des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft statt, bei der von Seiten der Gastgeber nur der Vertreter Kulakovs und eine Mitarbeiterin erschien. Nach einer Begrüßungsrede des Vertreters folgten Ansprachen des Deutschen Generalkonsuls in Kaliningrad, Michael Banzhaf, des Kreispräsidenten und der Vorsitzenden des deutschen Partnerschaftsvereins, Gabriele Kascha. Befremdlich war für die deutsche Delegation, dass der einzige Vertreter der Selbstverwaltung in Selenogradsk sich unmittelbar nach den Reden entschuldigen ließ. Einen weiteren offiziellen Teil wie sonst bei solchen Feierlichkeiten üblich, gab es anschließend nicht mehr.
Am letzten Tag besuchte die Delegation die Gruppe Rutschejok, eine Einrichtung für behinderte Kinder und Jugendliche sowie ein Kinderheim. Auf eigene Faust besichtigte man noch die Stadt Königsberg, das heutige Kaliningrad. Weiteren Kontakt mit den Partnern gab es nicht. Für Kreispräsident Tiemann, der zum siebten Mal in dem bisher für seine große Gastfreundschaft bekannten Selenogradsk war, wirft der Besuch Fragen auf.“ pt


Pinneberger Tageblatt